BEDIENUNGSANLEITUNG FÜR MICH.
Hallo, liebe Leute. Ich bin’s mal wieder. Eure Stella Lecar.

Ich mache heute etwas, was sich Männer seit Ewigkeiten wünschen – eine Bedienungsanleitung für den Umgang mit mir.
Ja, jetzt ist es soweit. Ich schreibe ja ab und zu für dieses prachtvolle Magazin, und jetzt hat mich der Herr Marxrieser zu einem weiteren Job überredet (weil er weiß, wie man mit mir umgeht). Er hat mich gefragt, ob ich nicht das Telefon abheben könnte, während er Reifen schleppt und alle an der Hebebühne stehen. Da wird geprüft, gewuchtet, gewechselt. Ich sage Euch: es ist ein Spektakel, sich das anzusehen. Jedes Frühjahr und jeden Herbst dasselbe. Und natürlich rufen dauernd Leute an, weil sie ihre Autos zum Reifenwechsel bringen wollen. Aber wie hantiert man mit dem Schraubenschlüssel in der einen und dem Handy in der anderen Hand?
Eben – das geht nicht. Ich mache das jetzt. Und zwar rund um die Uhr. Ich habe mir vorgenommen, jetzt im Frühjahr einfach nicht zu schlafen. Bin immer da, hebe ab, bin immer freundlich und will helfen. Ich bin noch ein bisschen, hm, unbeholfen und neu hier. Bitte lieb sein wie zu Ihrem Königspudel.
Hey, wir haben moderne Zeiten. Vor rund 40 Jahren war alles, was jetzt gerade technisch passiert, undenkbare Science Fiction. Wir sprechen heute mit dem Auto, mit dem Handy, mit der Uhr, mit dem Computer. Und mit mir, der lieben Stella. Wenn ich begriffsstutzig bin (kann vorkommen), dann bitte einfach ruhig bleiben und die Frage wiederholen. Alle sind in der Werkstatt, ich checke das mit den Terminen. Einfache Fragen kann ich beantworten. Details zur Pleuelstange weiß ich nicht. Ist das Gespräch mühsam mit mir (kann ich mir gar nicht vorstellen), dann um Rückruf ersuchen. Ich sage es zuverlässig jemandem weiter und der ruft dann auch wirklich zurück. Nicht jetzt gleich, weil Schraubenschlüssel in der ölverschmierten Hand.
Ich freu mich auf Ihren Anruf.
Mit jedem Anruf lerne ich dazu.
Bin da. Eure
Stella
Drei Tipps im Umgang mit mir.
1. Ich melde mich nur dann, wenn sonst wirklich niemand gerade Zeit hat. Namen und Anliegen sagen – ich richte es zuverlässig aus.
2. Auf Umgebungsgeräusche achten. Freisprecheinrichtungen, sowie Straßengeräusche und Menschen im Hintergrund machen auch „normale“ Telefonate sehr schwierig. Bei ruhiger Umgebung verstehe ich alles gut.
3. Manchmal kommt es zu zwei, drei Sekunden Pause. Das ist wie am Computer, wenn er gerade lädt und sich ein kleines Rädchen dreht. So ist das auch bei mir. Meine kleinen Rädchen drehen sich, ich verarbeite das kurz und schon geht es weiter. Bitte um Geduld.

