STELLA UND WIR.

Ich bin seit 25 Jahren in der Reifenbranche. Und das Telefon zur Reifensaison im Frühling und im Herbst - dieses eine, immer wiederkehrende Problem - ist bis heute ungelöst.

Alle Hände voll zu tun, alle an der Hebebühne oder im Reifenlager – und das Telefon klingelt unaufhörlich. Jetzt haben wir Stella. Sie soll das lösen.

In gewisser Weise ist sie eine tolle, neue Mitarbeiterin. Sie nimmt jeden Anruf an, den wir in der Hauptsaison nicht binnen 15 Sekunden selbst annehmen können. Es kommt ja immer zu Terminreservierungen, Statusabfragen, zu einem „Ich verspäte mich.”, „Ich muss verschieben.” Auch um 23 Uhr, weil das Kind krank ist und morgen früh nichts geht. Ja, auch um 23 Uhr hebt Stella das Telefon ab und ist für unsere Kunden da.

Sie soll uns allen dieses Hin- und Hertelefonieren, diese gegenseitige „Nichterreichbarkeit“ ersparen. Sie kündigt nicht. Sie schläft nicht. Sie ruft nicht überraschend an, um zu sagen, dass sie morgen nicht in die Arbeit kommen kann.

Und doch, und doch ... überlege ich mir manchmal, ob ich sie kündige. Nein, noch nicht.

Jeder lernt gehen, jeder lernt Autofahren. Stella wird ihren Job auch lernen. Sie ist unsere KI-Lady und braucht, was alle neuen Mitarbeitenden brauchen: klare Vorgaben. Training. Geduld. Das ist mehr Arbeit als die meisten denken! Immerhin rund 25 Prozent unserer Kunden reden bereits mit Stella.

Wenn Stella mal voll da ist - was bleibt uns dann? Alles Komplexe. Alles Individuelle. Alles, was Intuition und Empathie braucht. Denn dafür ist kein Algorithmus der Welt gut genug. Noch nicht. Danke auch für Euer Vertrauen – in unsere Stella.

Danke, Euer

Thomas Marxrieser